Freitag, 4. Dezember 2009

Mama!...

Mamaaaaaaaa!!!

Papa sagt, es hat das erste Mal geschneit in der Schweiz!!!

Und ich habe es verpaaaaasst!! Das kann doch nicht sein!! So gemein!!

Ich habe die Hitze hier saaatt!! Ich will auch Schnee haben!

So tönte es ziemlich lautstark aus  Sohnemannns Hals von der unteren Hausetage zu mir herauf.

Ja was sollte ich da sagen? Ich schickte ihm ein achselzuckendes Mmh! herunter.

 

Auf wundersame Weise schwang sich Sohnemanns Ausruf in die Luft, schwebte immer höher und trug sich übers Universum bis in die Schweiz.

Dort hörten es die Schneeflocken und eine unter ihnen hatte erbarmen. Anstatt zu Boden zu fallen machte sie rechtsumkehrt, stieg wieder in die Höhe bis ins Weltall und lies sich schwerelos in Richtung Costa Rica treiben.

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Doch es erwarteten sie  Schwierigkeiten.

Zuerst versuchte ein durch das All ziehende, alles in sich saugende Tornadomonster zu verschlingen. Die Schneeflocke wurde herumgewirbelt,

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immer schneller und schneller drehte sie sich bis sie so rund und glatt wie ein PingPongBall war. Mit allerletzter Kraft sprang sie gegen die innere Tornadowand, prallte ab und bugsierte sich so aus dem Schlund heraus und konnte dem Sog entringen.

Kaum hatte sie sich etwas erholt, bissen sich hunderte von Microeissternen an ihr fest, rammten ihre scharfen Spitzen in die filigrane Hülle der Schneeflocke um sie auszusaugen.

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Aber zum Glück kamen in diesem Augenblick die ersten Sonnenstrahlen hinter der Erde hervor und die Microeissterne liessen von der Schneeflocke ab und zogen sich ins Dunkle des Alls zurück, den Sonnenlicht bedeutet ihren Tod.

Am frühen Morgen des folgenden Tages hatte es die Schneeflocke geschafft und landete an der Fensterscheibe von Sohnemanns Zimmer.

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Die Sonne war schon aufgegangen und es fehlte nicht mehr viel und die Strahlen würden direkt ans Fenster scheinen und es erwärmen.

Würde Sohnemann sie noch rechtzeitig entdecken, bevor sie wegschmilzt? War die Reise umsonst gewesen?

Mit letzter Kraft klopft sie an die Scheibe. - Nichts regt sich. Sie probiert es noch ein zweites Mal. - Der Vorhang wird aufgezogen.

Zwei Augen starren sie an. "WOW! Eine Schneeflocke!"

Sohnemann nimmt sie vorsichtig vom Fenster und küsst sie.

Und BOUM! gibt es einen Knall!

Die Schneeflocke hat sich in eine richtige Garnflocke verwandelt.

Von da an muss sie keine Angst mehr haben in der Sonne dahinzuschmelzen. Und langsam aber sicher hat sie sich an das hiesige Klima gewöhnt und am liebsten geniesst sie das Leben in der Hängmatte unter den Palmen.

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3 Kommentare:

Nina hat gesagt…

Einfach bezaubernd!

Herzliche Grüsse aus dem Schnee.

Nina

Elli hat gesagt…

Schöne Geschichte und wie cool die Schneeflocke mit Sonnenbrille
dasitzt ;-)

LG,Elli

Ute hat gesagt…

Zwar schneit es bei uns auch nur selten, aber das Klima ist wohl mit dem in Costa Rica kaum zu vergleichen. Was für eine schöne Idee, den Schnee mit Hilfe von Häkelsternen herbeizuschaffen!
Liebe Grüße vom anderen Ende der Welt!

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